Alltagsgedichte V

Abfall oder Apostasie (tupi forgotten)Nheengatu

Die Kinder

in den Slums,

wie hab ich

gelitten,

meine Freunde,

die Tapiokafladen

verschlangen

und dann weiter

im Müll nach

Altmetall suchten.

Luiz fand mal

eine volle

Börse.

Er war der King!

Wahrscheinlich

von einem

Touristen gestohlen

und dann versteckt,

als die Bullen kamen.

Er brachte sie nach

Hause. Seine Mutter

wollte zum Fundamt,

sein Vater verspielte

und versoff den Inhalt

an einem Abend.

Taler, Taler,

du mußt wandern!

Luiz starb mit

einer Kugel

im Kopf,

in meinen Armen.

Er wollte aus einer

Villa etwas klauen,

um es in Drogen

anzulegen.

Er schnüffelte

Patexlöser.

Der Wachmann

erwischte

ihn.

Mich übergab

man meinen

Eltern und

ermahnte sie, mich

nicht mit Favelakindern

spielen zu lassen.

Ich ging in die

Oberstadt,

ins Jesuitencollege.

Aus mir sollte

etwas besseres

werden:

Ein Priester, etwa?

Mich grausts

noch heute!

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Eingeordnet unter Anarchismus, Kapitalismus, Kindheit, Kurzzeitgedächtnis, LimitstoGrowth, Religionsphilosopie, Schlichtheit, Zynismus

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