Alltagsgedichte IV

Tsunami (Steinzeit)

Überall Wellen,

die wallen

und wogen,

wie Rheingold.

Und oben drauf

schwimmt der Tod.

Nein, keine schwarzen

Bälle, um Bromate

zu verhindern.

Kadaver und Torsi

von Tieren und

zerteilten Mensch,

die die Wucht der

Wassermassen

durch Gefängnisgitter

siebte.

Hier war die Umbrella Corp.

am Werk,

denkst du…

aber nein,

es ist nur der Ablauf

des Ganges

in sein Delta.

Bengalen ist

voller Wasserleichen,

die in der Sonne

faulen und stinken.

Verwesung

ist eine alltägliche

Angelegenheit

und die nächste

Überschwemmung

kommt bestimmt

und mit ihr

Ruhr und Cholera.

Man gewöhnt

sich an den

Gestank…

selbst an Aas

und Moder…

in den Sundarbans.

Aber dieses Bild,

der bunt

geschminkten

und gekleideten

Huren auf

ihren Hausbooten,

die die Fischer

und Tagelöhner

in den

undurchdringlichen

Mangrovensümpfen

besuchen,

krieg ich einfach

nicht aus dem Kopf.

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Eingeordnet unter Allgemein, Anarchismus, Buddhismus, Darwinismus, Religionsphilosopie

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