Alltagsgedichte II

Hunger

Das Getreide

der Welt,

wo wächst

es wohl?

In Granattrichtern,

Minenfeldern,

Schützengräben

Artilleriestellungen,

auf Schlachtplänen?

Übersteht

es Mündungsfeuer,

Kampfgas,

Brandgranaten,

Daisy Cutters,

MOABS

oder Panzerketten?

Wo findet der

Hunger statt?

In friedlichen

Ländern,

wo die Kinder

zur Schule

gehen und

Hitze und Kälte

keine große

Bedeutung

haben?

Wer füttert

die Welt?

Die Hände

einer Nonne,

der UNHCR,

die Gewaltmonopolisten,

die Händler

an den Terminbörsen?

Setze ich heute

auf Orangensaftkonzentrat

oder Soja?

Mache ich Bier

teurer als Brot?

Gibt es heute

in Äthiopien

Götterspeise,

Manna vom

Rosinenbomber

abgeworfen?

Keine Antworten

im Äther,

nur Betäubung

durch Musik,

Drogen, Shows

und Filme.

Das Radio rauscht

nur noch,

als hätte es gerade

einen EMP

gegeben.

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