An meinen Buddha

 

Reflektionen eines bekennenden Buddhisten

In memoriam Sogyal Rinpoche

„Der Mensch ist schwer zu entdecken und sich selber noch am schwersten; oft lügt der Geist über die Seele.“ – 3. Teil; Vom Geist der Schwere, Nietzsche

 

Ich bin immer noch heimatlos.

Ich schreibe viel übers Samsara.

Vom Nirvana weiß ich wenig.

 

Ich sehe die Mühen und Schmerzen

dieser Religion, nicht ihre Freuden,

die eigentlich nur Entsagungen sind.

 

Sieben Jahre setzte sich Gautama

der Folter der extremen Askese aus,

bis er den Weg der Mitte fand!

 

Was massen sich diese europäischen

„Weichschaumbuddhisten“ an, sofort

soft ins Erwachen zu verschwinden,

ohne in den bodenlosen Abgund dieser „Freuden“

der Hauslosen zu schauen?

 

Der Weg des Buddhas ist ein geistiger

Ausweg, kein körperlicher, kein ganzheitlicher,

auch wenn Gurus mit Wundern noch so locken:

Alles wird nur mit Blut und Schweiß

unterm Bodhibaum dem Architekten entlockt!

 

Was also wollt ihr vom Erhabenen,

dass er sich selber antat

und Ihr Euch nicht mehr antun wollt?

 

Ihr Spinner, Ihr Hippies, Ihr Heils-

und Paradiessüchtigen, im Samsara

gibt es kein Heil, keine Leidlosigkeit,

keinen Frieden der Seele:

 

Ihr seht nur immer sein Lächeln

auf Statuen und Tankas,

aber seht dahinter nicht den steinigen

Pfad der Selbstaufgabe, der Zermaterung

und ernsthaften, ehrgeizigen Suche!

 

Ihr seht nicht wirklich den Konflikt, das Dilemma

und die herkulische Leistung, nur ein stückweit,

das Licht Nirvanas in die Finsternis Samsaras zu holen.

 

Ihr seid so geil, auf das Sonderangebot seiner Hingabe,

dass Ihr nicht mal den mindesten Respekt

für seine Schüler habt!

 

 

Alles kommt

Alles kommt, wie es kommen muß.

Geburt und Leben sind nur Augenblicke.

Der Tod eine halbe Ewigkeit.

 

Hätte Alexander Friedmann nicht

den Fehler in Einsteins Gleichung

gefunden, säßen wir noch immer im statischen

Universum fest: Aber es atmet.

Es atmet uns aus und wieder ein.

 

Und mit dem Odem kommt der Tod,

als Verdienst am Menschlichsein.

Ansteckung einer Insektenpopulation

Erinnerungen an Ellis Island

 

Auch gesunde Mücken

können sich anstecken,

an kranken Menschen.

So läuft nun mal Übertragung:

 

So wandert der Virus wie der

Taler von einem Land zum Anderen.

Quarantäne ist ja so unmenschlich;

lieber Zigtausende sterben lassen,

als nur einen armen Einwandererneuling

seelisch leiden lassen müssen, nicht wahr?

 

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