Kammerflimmern

Die Fiktion ist eine Übertretung, und es ist meine tiefste Überzeugung, dass jede Darstellung verboten ist“, schrieb der französische Dokumentarfilmregisseur Claude Lanzmann 1994 über Steven Spielbergs „Schindlers Liste“: Es gebe Dinge, die ließen sich nicht darstellen. Dass Spielberg, Regisseur von „Indiana Jones“ und „Der Weiße Hai“, einen melodramatischen Film über den Holocaust ins Kino bringe, sei unerhört.

Kulturmarxismus zwischen Paul und Theodor

oder die scheinbare Logik des Moralischen

 

Was hat der Mann uns vollgesabbelt,

mit monotoner Stimme, und wir haben

es ihm geglaubt, weil alles so logisch klang.

 

Negative Dialektik, Minima Moralia…

aber Jazz war unterprivilegierte Musik!

Und welches Falsche denn, was

er stets präsupponierte, weil er der

Wächter der MillionenToten war?

 

Nach der Shoa durfte es keine

Liebeslyrik, geschweige denn

Ding-und Sinneslyrik geben.

Metaphern waren verboten.

Und dann erst die Unterscheidung

zwischen E- und Umusik.

 

Armer Paul, wie warst Du verzweifelt,

als Du mit Deiner Fuge in der Gruppe 47

abblitztest, weil sie gemäß der Moral

des vertrockneten Mannes zu poetisch war!

 

Aber, was gut ist, setzt sich auch durch,

früher oder später, schau‘ Walt oder Emiliy an!

 

Ich trinke Deine schwarze Milch

und die rote schütte ich weg.

Ich setze mich an den Blaumilchkanal

und träume von Tel Aviv.

 

Frei sind wir nur in der Fremde,

daheim gelten die Propheten nichts,

weil es das Richtige im Falschen nicht geben darf;

Ich küsse meine Kinder täglich

an den Hochöfen dieser Welt

und gebe ihnen Kuhmilch zu trinken

und auch Ziegenmilch und Schafsmilch,

wie es alle Nomadenvölker mit Herden tun.

 

Mir geht jede Moral ab, selbst die vegane;

am Arsch des Lebens, aus dem täglich Methan

entweicht, atmet sowieso keiner ein.

 

Ich sitze hier also im Wiesengrund,

unbedarft nah bei den korsischen Kühen

und singe weiter von Liebe,

bukolisch, wie Hirten tun,

angesichts des Grauen in der Welt.

Ich unterlasse nur die romantischen,

sentimentalen Stellen und weine lieber selbst

beim Klang meiner Lyra.

 

Ich bin nah‘ am Wasser gebaut

und spiele gerne mit Wellen

und Fluten:

Du nicht auch, Theodor?

 

Die Geschenke Gottes sind schmächtig

in einer gottlosen Welt,

die gerne Bacchus zuprostet,

anstatt ewige Klage zu führen,

um Unwiederbringliches!

 

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