Macumba-Ubanda-Candomblé

Trance (Hedonismus pervers)

Eine Strandnutte schleppt mich

in irgendeinen Techno-Schuppen

ab und pfeift sich Extasy rein.

Sie bietet mir auch die Pillen

an, aber bei den wummernden

Beats bleibt mir die Spucke weg.

Die Jugendlichen taumeln im Rhythmus

und einige verfallen in unwillkürliche

Zuckungen, wie auf einer Tantra-Session.

Sie jubeln, jauchzen, stöhnen, ächzen,

als würden sie eine Vegetotherapie

bei Wilhelm Reich oder Bagwahn machen.

Vollgedröhnt von den Drogen-Schlägen,

pendelnd zwischen Adrenalin

und Acetylcholin, fallen sie in Trance.

Ich kenne das aus meiner Kindheit:

São Salvador da Bahia de Todos os Santos!

Ehemalige Sklaven suchen nach Erlösung.

Mich erfaßt ein Brechreiz, und ich

verlass‘ diesen Rave am Strand des

Schwarzen Meeres: Ich kotze mich aus.

Nichts, rein gar nichts hat sich geändert.

Derselbe Zauber, dasselbe Ventil,

dieselbe Idiotie vor den Herrenmenschen.

Ich unterscheide nicht zwischen Angola,

Madagaskar , Nigeria, Benin, Berlin,

Sofia, London, Rom oder Kopenhagen.

Ich packe den Dreck in einen Sack, wie

ich Aberglauben verpacke, dessen Spuren

ich traurig erkenne: Die Unterdrückung .

Garden of Gethsemane with the ancient walls of Jerusalem in the distance-photograph taken by Francis Bedford on Apr 2nd, 1862.

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