Der Mensch oder ein Beitrag zu meinem Lieblingsgedicht

Der Mensch

Im Tiergarten Mitte, Nähe Siegessäule

Der Menschen Blicke an Schildern hängen

und niemand hält sie an, in diesem Diesseitswahn.

Sie sitzen in ihren Karossen und drängen

und kommen doch niemals bei sich selber an.

In ersten Gang sie vorwärts ruckeln

und bleiben stets im Kreisverkehr!

Niemand springt heraus mit Zucken

und schreit:“Diese Welt hier läuft verkehrt!“

Selten öffnet einer die Seitenschutzscheibe

lautlos unbemerkt -. Dann fliegt Müll hinaus,

verfängt sich irgendwo am Bürgersteige –

verweht zu nichts des Lebens Baus.

Der Panther

Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.

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