Der Himmel über Berlin

 

Suppenküchen, Tafeln, Volksküchen

Gedanken zur Groko

 

Diese Stadt ist eine Hassliebe.

Lassen kann ich sie nicht,

haben kann ich sie auch nicht.

 

Sie rinnt mir durch die Finger.

Ihre Menschen sind grob, gemein

und zutiefst ehrlich-herzlich:

Ihr lakonischer Spott ist einzigartig.

 

Dieser Dialekt sprengt alle Komik

und eignet sich hevorragend

für Beschimpfungen und Drohungen.

 

Mehr Brücken als Venedig,

mehr Kanäle und Inseln.

Mitten im märkischen

Sand eine Seenstadt.

 

Hier fand die jüdische

Aufklärung statt,

hier fand sie auch ihr Ende.

 

Auf ihren Strassen sammelt sich stets

Protest, der zur Freiheit

mahnt und in die Knechtschaft

führt, alttestamentarisch.

 

Seit 120 Jahren kommen die

Touristen der Welt in diese

Nekropole, um

zwischen den Kriegen

eine Partymile

zu haben; warum nur?

 

Heute stehe ich auf dem Balkon

und sehe über die Dächer,

die verschwimmen, in der Nebelsuppe.

 

Es wird immer eine Suppe

gekocht,

in dieser Stadt.

Und die meisten waren

nicht zum Wohle Deutschlands.

 

Aber ihr U-S-Bahnnetze,

ihre Trams und Busse

sind weltweit die besten,-

das läßt hoffen, im Untergrund

des Körperverkehrs.

 

“Berliner Bilder: Suppenverteilung an arme Kinder in einer Hotelküche”. Holzstich nach Zeichnung von Ernst Hosang 10.3.1894.

 

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