Die Welle

 

Surfen

Der manische Obendrüberflieger in mir,

der sein Leben im Vogelperspektivemodus

lebt und sich nicht die kleinen Fragen des

Lebens mehr stellt, hat aufgehört zu fliegen.

 

Er sitzt wie eine besoffene Möwe auf dem Sofa

und sucht irrtiert nach Wunden des Absturzes.

Ich-Ikarus, ich splitternakter Nautilus, wo ist

meine Schale, meine Blase hin, wohin mein Stolz?

 

Auf Höhe meiner Zeit bekomme ich die Fanfare,

die Signale, der immer selben Beschwörungen

mit, auf besseres Leben für die Geschundenen,

vom Recht des Stärkeren, seinen Kniffen und Zwängen.

 

Ich seh‘ Wellen anrauschen, die alle hundert Jahre

über uns hereinbrechen, wie Forderungen der Toten

an die Lebenden, zu retten, was zu retten ist: Die alten

apocalyptischen Drohungen, der scharlachroten Priester.

 

Und ich schweige tapfer, wohlwissend, dass niemand

sich retten, noch sie aufhalten kann. Jeder erfüllt sein

Schicksal im Spiel der Ideologen, die uns vollstopfen,

mit Ängsten und Hoffnungen, mit Sorge und Besorgungen.

 

Denn es ist tapferer gestürzt zu schweigen, als in der

Worte Flut mitzuplätschern! Aus Ursprung heraus,

auch die, die uns agitieren, blökenen Schafen gleich, seien

sie links oder rechts vom Gezeitenstrom der Mangelhaie.

 

Die Natur wirds richten und wenn nicht die Natur des

Menschen, dann die eingeborenen Gesetze der Welle!

Denk stets daran: Wer steht im tosend‘ Leben mit Bangen,

immer vom Tod umfangen, erlebt auch des Tages Helle!

 

 

 

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