24.12.2017 zu 25.12.2017

 

 

‚No meio do caminho‘ Carlos Drummond de Andrade

No meio do caminho tinha uma pedra
tinha uma pedra no meio do caminho
tinha uma pedra
no meio do caminho tinha uma pedra

Nunca me esquecerei desse acontecimento
na vida de minhas retinas tão fatigadas.
Nunca me esquecerei que no meio do caminho
tinha uma pedra
tinha uma pedra no meio do caminho
no meio do caminho tinha uma pedra.

„Inmitten des Weges“ (Übersetzung Fabian Fabioli)

Inmitten des Weges lag ein Stein
hatte einen Stein mitten auf der Straße!
hatte einen Stein
In der Mitte der Straße hatte einen Stein

Ich werde diese Erfahrung nie vergessen
im Leben meiner ermüdeten Netzhäute.
Das werde ich nie vergessen, mitten auf der Straße
hatte einen Stein
hatte einen Stein mitten auf dem Weg
In der Mitte der Straße hatte einen Stein.

 

 

Ich hatte mal eine große Familie (Weihnachtsdepri)

 

Was ich nicht schon alles hatte?

Einen Hund.

Eine Katze.

Einen Hamster.

Wellensittiche.

Fische.

Kröten.

Echsen.

Schlangen.

 

Ich hatte die Masern.

Auch die Windpocken,

glaube ich.

Einen Schlüsselbeinbruch.

Einen gebochenen

Halswirbel.

Kaputte Knie.

Weitsichtigkeit.

Eine Schußverletzung,

eine halbe Niere,

Krebs.

 

Ich hatte

Haus und Hof.

Ich hatte Land!

 

Ich hatte einen Garten,

mit Lobelien und

Rittersporn!

Einen Apfelbaum,

eine Kirsche.

 

Ich hatte Töchter

und Söhne.

Ich hatte von sechs Frauen

acht Kinder.

 

Ich hatte Geld.

Eine Plattensammlung.

Einen Jaguar.

Eine Bibiliothek.

Einen Werkraum.

 

Ich hatte Einfluß.

Ich hatte Erfolg.

Ich hatte Glück.

 

Ich hatte Not.

Ich hatte Krieg.

Aber ich hatte auch Glück.

 

Ich hatte Meer

und Wind,

ich hatte Berge

und Klippen.

Ich hatte den

Golfstrom

in Cornwall.

 

Ich hatte alles,

was ein Mann, ja,

was sich ein

Mann nur wünschen

kann.

 

Aber nie gleichzeitig!

 

 

 

 

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