Monatsarchiv: Oktober 2017

Der nackte Kannibale

 

Honeybal

 

Es spricht eine Stimme: Predige!, und ich sprach: Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Lilie auf dem Felde. (Jes. 40,6)

 

Hallo, wem?

In langen dunklen Tagen,

die Geister laben sich den Magen…

mit Wurst und Käse

aus Gewölben,-

sie wohnen in denselben.

 

DIE GRUFT  ruft,

sagt der Kellermeister

und führt den Krug

an die Lippen entgeistert:

 

„DIE PEST da oben,

macht uns (st)erblich!

Wenn Fromme fröhnen

Völlerrei, ist’s ver(d)erblich!“

 

In diesen Lagen,

die Schaben nagen

an dem Klagenkind.

Kannibale heißt er,

der da trinkt und singt,

und machmal beißt er,

dann wieder scheißt er,

wenn er aus der Grube springt.

 

Der moderne Zombie ist ein Wiedergänger wie die Vampire auch. Sie sind letztlich die mythologisierten Visionen einer sehr archaischen Wurzel in unserem Seelegarten: Dem Kannibalen. ….Was wir selber sind, im Schichtendickicht unserer menschlichen Entwicklung, packen wir uns, in abgewandelter Fom, stets zu unserem eigenen Gruselvergnügen, vor die Augen. … Jeder Horror ist eine Abspaltung unserer Seelenlandschaften, in der wir unsere Veränglichkeit durch uns, für uns und von uns vergegenwärtigen: Das Gras verdorrt, die Lilie verwelkt; denn des HERRN Geist bläst darein. Ja, das Volk ist das Gras. Das Gras verdorrt, die Lilie verwelkt; aber das Wort unsres Gottes bleibt ewiglich!“(Jes. 40,8)…

Die Religion dient der sublimierten Überhöhung unseres eigenen Anspruches, uns selbst, am Schopfe, aus dem Sumpf der Evolution ziehen zu können.

Fabian Fabioli: Der Mensch ist des Menschen Dackel 1986

 

Kannibalen I

Finger jammern in der Pfanne,
Blut schäumt über in der Kanne.
Zwiebeln weinen dicke Tränen,
Menschenfleisch hängt in den Zähnen.

Früchte schlummern träg und faul,
Nieren springen in das Maul.
Mehl lagert in Eichenschränken,
Zucker knistert unter Bänken.

Käse aus dem Kühlfach schmunzelt
Augen blicken stark verrunzelt.
Zungen züngeln rosarot,
Ohren sind schon länger tot.

Lenden schmoren in der Röhre,
kerngesund lacht eine Möhre,
aus dem Korbe lockt ein Pilz,
im Topfe schmort vom Kind die Milz.

Über einem alten Pimmel
weht ein grauer Hauch von Schimmel,
in Sahne schwimmt vom Bauch der Speck.
Das Hirn war gleich als erstes weg!

Kannibalen II

Wenn Menschfresser Pudding essen
und sich darüber selbst vergessen,
wenn sie auf blutig-wilden Festen
ihre verfressenen Kleinen mästen.

Wenn wilde Weiber lange fasten,
um dann bei Tische auszurasten,
wenn ihre Brut leckt sich die Pfoten<
vom Saft der frisch gekochten Toten.

Dann ist der Kannibale König,
ihn satt zu machen, kostet wenig.
Er brät aus Leib sich eine Speise
Und isst sie gern im Freundeskreise.

aus dem Band:
Ruprecht Frieling
Manische Wiegenlieder
Surreale und absurde Gedichte

 

Schöne Rede ist nicht wahr,   wahre Rede ist nicht schön! Lao Tse:

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Paradoxe Intervention

Therapiestunde

Ich bin das Problem

Sparziergang durch

Palo Alto.

Ich werde eine

Assistentenstelle

annehmen und

Studenten begleiten.

Schöne Häuser,

idyllische Vorgärten.

 

Ich stehe vor dem

Institut und lese

Manuskripte

der letzten Prüfungen.

 

Ich bin nervös,

weil mein

Betreuer so sehr berühmt ist.

Er kommt auf mich zu,

und wir setzen uns auf

die Bank am Baum.

 

„Sie sind Deutscher?“

„Auch!“

„Schön. Ich habe auch

mehrere Pässe!

Womit beschäftigen sie

sich zur Zeit?“

„Ich suche die

Schnittstelle zwischen

Psycholinguistik und

Computerlinguistik.“

„Ah, sie wollen Computern

das Verstehen beibringen?“

 

Ich nicke und bin

beeindruckt von seiner

geistigen Wendigkeit.

 

„Sind sie gläubig?“

„Wenn ich nicht

gläubig wäre, würde

ich nicht mehr

kommunizieren.“

Er lacht.

„Dann glauben wir alle,

nicht wahr?“

„Ich kann mich nicht

enthalten.“

 

Er runzelt die

Stirn: “ Sie haben

mich aber genau

studiert!“

 

„Danke.“

 

 

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#MeToo or the plumped lasses from sunset boulevard

Silicon Titts

Horny blizzard

In this beauty-full

land

stylish women

act

american women

 

And all the

rubbish

emulates

this supernatural

allstar fame demise

 

Are you raped?

Why did you keep quiet so long?

How much have you earned?

 

What are you beefing about?

Did you get any of that?

What have you been up to?

Just look what you’ve done!

 

What did you do last night?

What did you get for Christmas?

Little sweety puppy!

Is it cold this midnight?

The blizzard will come to meet you!

 

 

 

 

 

 

 

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Sturmtief oder Glory Amsterdam

 

Climax

Gespräche

schmirgeln nach.

Im Laubengang

die Weinblätter röteln.

 

Begegnungen im Herbst,

von einem Sturmtief

zum nächsten.

Sterben in Wartenschlangen.

Schüttelfrost

und kahle Espen…

Marterpfähle

und Himmelswiegen…

süßes Blattwerk!

Steppenroller

und Männertreu…

 

Massenluft

und Druckfühler:

Die Mechanik des

Windes,

der zum Sturm heranwächst:

 

Warme Strömung,

Azorenbrut…

die Algen klatschen

gegen den Pier.

 

Ich warte in

tosender Stille,

geduldig, wie

ein leckender Matrose,

nach der letzten

Nacht.

Meine Schwermut

ölt das Seelendeck.

 

 

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Unionisten + Seperatisten = Nationalismus

Die Putsch-Dämonen

Identität, das alte Jakobinerlied

Du brauchst immer ein Außen

und immer ein Innen.

Abgrenzung ist Ich-Stärke!

Was man Individuen gewährt

ist Gruppen verwährt?

 

Unsere Schoßtiere

sind längst gestorben.

Unsere Lilien sind verblüht.

 

Zwischen Mozart und Bach

rauscht mein Verstand.

Höre, wie Chöre

skandieren: „Freiheit! Freiheit!“

 

Erst Adel und Aristrokratie,

dann Klerus,

dann Bürgertum,

dann Eliten….

 

Ich genieße

das Schnappen

der Spannzange

beim Ausklinken

des eisernen Blattes.

 

 

 

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Es ist ein Lied in allem.

EinsiedlerBahnhöfe

 

Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort,
Und die Welt hebt an zu singen,
Triffst du nur das Zauberwort.“ (Wünschelruthe, Eichendorf 1835)

Bhutan und Propan

 

  • In aller Materie schläft ein Kind,

das da träumt rund und blind.

Kein Gesang schwelgt aus ihm hervor,

uns zu bringen, bis ans Himmelstor.-

 

Auf 4000 Meter Höhe geht mir die

Luft aus. Der einheimische Bergführer

reicht mir freundlich seine Flasche.

Ich winke keuchend ab. Ich will zu

diesem Kloster, unbedingt. Ihm

ist es egal, wenn wir umkehren.

Das Geld hat er sicher.

 

Warum tue ich mir das an?

Weil ich das Glück suche?

Suche ich den Frieden?

Mit wem?

Mir ist so viel Hass in meinem

Leben begegnet, daß ich ihn

integriert habe. Verachtung,

Liebe, Freundschaft, Verrat?

Alles schon gehabt!

Was suche ich nur hier?

 

Wir gehen weiter.

Und ich stöhne mich hoch,

bis zum Portal.

Die Mönche empfangen uns

heiter. Einer spricht sogar

Englisch und Französisch.

Man kann sich verständigen!

 

Wir bekommen einen Schlafplatz

und die Einladung an Gebeten

teilzunehmen. Ich sitze in der Kälte

in Decken gehüllt und höre dem

Singsang vom Gästehaus zu.

 

Ein älterer Tourist gesellt sich

mit seinem Gaskocher

zu mir und fragt mich

auf Englisch:“ Are you happy to be here?“

Ich schaue aus dem Balustradenfenster

hinunter ins Tal auf den Fluß

und antworte:“ No, I’m tired.“

 

 

 

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Die olive-grüne Partei – ein Scherz

 

 

Der KGE-Scherz

Alberei, Bierulk, Clownerie, Eulenspiegelei, Faxen, Hanswursterei, Hanswurstiade, Harlekinade, Humor, Ironie, Neckerei, Nonsens, Posse, Possenspiel, Schabernack, Schelmenstreich, Schelmenstück, Schelmerei, Spaß, Streich, Ulk, Unfug, Unsinn, Witz; (österreichisch) Hetz; (gehoben) Gaukelei; (umgangssprachlich) Fez, Flachs, Gaudi, Joke, Jokus, Jux, Uz; (österreichisch umgangssprachlich) Spaßetteln; (süddeutsch, österreichisch umgangssprachlich) Dalkerei; (bayrisch, österreichisch umgangssprachlich) Gspaß; (landschaftlich umgangssprachlich) Wippchen; (salopp) Quatsch, Scheiß; (oft abwertend) Fopperei; (gehoben veraltend) Narrenposse; (veraltet) Fazetien, Pläsanterie, Raillerie

 

Sie ist getarnt! Bla Bla

Sie meint es gut! Bla Bla

Sie ist eine von uns! Bla Bla

Sie ist Christin! Bla Bla

Sie liebt Kinder! Bla Bla

Sie liebt ihren Mann! Bla Bla

Sie liebt die Natur! Bla Bla

Sie liebt die EKD! Bla Bla

 

Sie geht für uns durch die Hölle! Bla Bla

Sie kämpft für das Gute! Bla Bla

Sie ist Vegetarierin! Bla Bla

Sie will die Welt retten! Bla Bla

Sie will das Klima retten! Bla Bla

Sie ist emanzipiert! Bla Bla

Sie nimmt keine Drogen! Bla Bla

 

Sie spendet viel Blut! Bla Bla

Sie redet viel!

Sie liebt ihr Amt!

Sie mag Publicity!

Sie ist die Partei! Bla Bla

 

Sie liebt den Frieden! Kotz

 

Die grünen Männchinnen vom Mars

 

 

 

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Aller Anfang ist schwer…

Das Präambeln

Fairness oder der schwäbische Simplicius Simplicissimus

Heute

spielen sie wieder Parlamentarismus.

Jeder ist seinem Gewissen verpflichtet.

Wers glaubt.

 

Die Strategie der Fraktion,

die Taktik der Partei,

die Absprachen in Ausschüssen,

das Bauchkitzeln im Ämterproporz….

Gewissen?

Wers glaubt.

 

Die Versorgungspöstchen,

die Fragen,

wieviel man absahnen kann,

vom Büffet des Volkes.

 

Das Volk zahlt ein,

durch Steuern

und Steuer –

damit die Damen

und Herren sich selber

auf die

Schultern klopfen können.

 

Armes, reiches Volk,

du bleibst draußen

und dein Wille geschehe,

auch vor der Tür,

denn deine Vertreter

halten dich nur für

Stimmvieh!

 

Der Antidemokratische Unsinn eines Schäubles:

 

 

 

Henryk M. Broder Zitat aus Achse des Guten:

Klare Kante mit Claudia und Katrin

„Das hat damit zu tun, dass ich finde, wenn man im Deutschen Bundestag Vizepräsident sein will, dann muss man das Grundgesetz anerkennen, und dazu gehört die Religionsfreiheit. Wer das nicht anerkennt, den kann ich nicht zum Vizepräsidenten wählen“, sagt Katrin Göring-Eckardt, die ihrem Parteifreund Anton Hofreiter immer ähnlicher sieht und inzwischen auch so redet wie er.

Der Mann, den zum Vizepräsidenten des Bundestages zu wählen ihr das Gewissen verbietet, ist der AfD-Abgeordnete Albrecht Glaser. Frau Göring-Eckardts Gewissensbisse gelten aber nur einem Kandidaten der AfD. Bei Parteifreundin Claudia Roth, die sich als Vizepräsidentin zur Wiederwahl stellt, um „klare Kante“ zu zeigen, hält das Gewissen von KGE still, denn Frau Roth ist nur bei einer Demo mitgelaufen, auf der „Deutschland, du mieses Stück Scheiße!“ gerufen wurde, was sie natürlich als Vizepräsidentin des Bundestages nicht disqualifiziert.

Um auf den Kern der Sache zurückzukommen: Was hat Glaser eigentlich gesagt, dass er nun nicht zum Vizepräsidentem des Bundestages gewählt werden kann? Womit hat er sich disqualifiziert? Damit: „Wir sind nicht gegen die Religionsfreiheit. Der Islam ist eine Konstruktion, die selbst die Religionsfreiheit nicht kennt und die sie nicht respektiert. Und die da, wo sie das Sagen hat, jede Art von Religionsfreiheit im Keim erstickt. Und wer so mit einem Grundrecht umgeht, dem muss man das Grundrecht entziehen.“

 

 

 

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Die Regel, nach der ich breche

Der Abbruch und der Anbruch

 

Wie ich schreibe

Keine Reime und

selten einige:

Lieber drei Heldendenkmale

auf hundert Jahre

als ein Priester in 100 Jahren.

 

Rhythmisiere das Steinmehl

in den Heißlaufvenen.

Kultiviere den Bruch:

Den Aufbruch, den Abbruch,

den Umbruch, das große Brechen.

 

Wann bricht der Tag an?

 

Keine saubere Alliteration mehr,

kein glattes, großartiges,

harmonisches Metrum, wie sehr

sich die Mühen winden und wenden.

 

Tote Metaphern,

vergessliche Analogien,

verschwindende Bedeutung.

Es geht sich,

es macht sich,

es versteht sich von selbst.

 

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Possen der Demokraten

 

Die Inquisitoren gehen um

 

Wenn der Großinquisitor dieselbe Sprache

der Hexenmeister spricht, was tun?

Wenn das hohe Gericht Unrecht spricht,

was tun, wenn alles Recht zusammenbricht?

Die Sanfmuigen singen, die Traurigen ruh’n.

Das alte Messer rotiert in der Blutlache.

 

Der Edele wird so ahnden, zu dem er selbst

nicht fähig ist. Nur die, die vom selben Holze

sind, sprechen auch dieselbe dumme Sprache.

Täter sind meist von einem seltenen Stolze;

sie leugnen Tat und Scham und sich selbst.

Ohne echte Rache wirds Staatsbeamtenaktensache.

 

Demokratie ist gewöhnlich Postenschacher;

Demokraten sind keine Gerechtigkeitsmacher!

 

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