Keiner will Verursacher sein

Keiner will Verursacher sein. Jeder sieht sich als Folge widriger Umstände. Wie ich dieses feige Deutschland hasse.

 

In attischen Gassen

 

Einen Tyrannen finden,

in dieser Zeit,

ist nicht schwer.

 

Bei großer Hitze

leicht ist

ein Herdfeuer

ausgekippt.

 

Und dann rennt

ein jeder mit dem

ledernen Löscheimer

und bittet Hestia um Hilfe,

die ein Nickerchen macht

bei ihren neckischen Schwestern.

 

Und schnell schlägt

Aiolos zu, schickt

den Etesien geschwind

von Norden in den Süden

und alte Gluten glimmen

auf und springen über

von Haus zu Haus.

 

Rasch stehen die Dächer

in Flammen und die alten

Balken bieten Zunder der Brunst.

Das Altbewährte, das Übertrockne

ist oft des reinigenden Übels Nahrung;

 

wie Säuglinge an der Brust

züngeln die Stürme hervor,

bis kein Stein mehr steht auf

dem anderen. Und keiner wars

gewesen. Nicht der Herd, nicht die

Gottheit, nicht des Feuers Heer.

 

Junge Häuser brennen schlecht.

Mit jedem neuen Haus wächst Wissen mit.

Junge Häuser sind noch feucht,

vom Lebenseifer!

 

Ach, der Tyrann

ist ein Traum der Alten,

die viel zu lange walten!

Werf sie ins Feuer,

laß Neues entstehen,

geliebtes Athen.

 

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