Grabsteine

Dein hartes Flimmern

 

Auf poliertem Stein

dein Efeuherz,

grün rankend in den

Frost hinein.

Ich küsse Deine blauen

Lippen nachlässig.

 

Der zarte Geruch der

Verwesung über deinem

offenen Sarg. Der widerliche

Händedruck des Priesters;

Phrasen in Talar und Beffchen.

 

Die Krume ist trocken, lehmig.

Sie verbuddeln dich

in gelber Erde. Eine Rose

von mir für dich.

 

Ich will verbrannt

und verstreut werden;

bloß nicht in diesem

Gefängnis auferstehen;

ist die Welt Kerker genug.

 

Sei stark, du sterbendes

Fleisch. Die meisten

sterben nicht im Glück,

nicht selig, nicht bei den

Lieben. Die Lieben sind

ein Verräterpack, den

Gewohnheiten folgend.

 

Sei ihnen als Lebender

schon abgeneigt. Sie

entledigen sich allem,

was sie belastet, ihnen

ihren Spaß raubt.

 

Sie werden dich entsorgen,

wie sie ihr Leben besorgen,-

unbewußt, egoistisch, hektisch,

unmoralisch und konformistisch.

Sie wissen nicht mal menschlich

den Abschied zu feiern.

 

Sei stark, mein Efeuherz,

hoffe nicht auf Deine Nachkommen.

 

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