Noreia

 

 

Gnosis

Wer aß vom Baum der Erkenntnis?

Die grüne Schlange,

der rote Drache?

 

Wir gehorchen und folgen blind

und nennen dich Rationalität.

Wer sind wir?

Wer ist mein Adressat?

 

In der Sprache des Eiweißes

schwingt der Schlüssel:

Kein Wort reicht aus,

einander zu verstehen.

 

Wir missverstehen uns,

wie Romane,

die einander vorbeizitieren,-

Monologe voll Semiotik und Idiotik.

Wir glauben

der Geschichte? Warum nur?

Sie ändert sich doch von

Quelle zu Quelle,

von Schreiberling zu Schreiberling.

 

Mein Bewußtsein will alle

Barriere brechen und knalllt

vor Schallmauern der Wort-Verblender,

die die Bildung führen.

 

Keine eigenen Gedanken,

keine eigenen Emotionen,

der ewige Repititor in ihnen.

 

In mir schluckt das Reptil,

revoltiert der Wurm,

surrt das Insekt,

quillt das Bakterium.

 

Ich bin der Urschleim,

das Herzblatt,

der Hass der Atmung,

der erste Schrei

des ersten Menschen,

der sich wiederholt

von Geburt zu Geburt.

 

Ich habe keine Antworten,

keine Fragen hab´ ich mehr!

Oh, umlaufender Verstand,

du ewiges Gestirn der

Entfernung; speise mich,

friß mich, du Thier der Offenbarung:

Ich speie dir Blake entgegen,

Donne schlag ich dir ins Gesicht:

 

Wer ist eine Insel? Öffne die Pforten

der Wahrnehmung! Genzenlos und

unbeschränkt ist unser Verstand und

jedes Menschen Tod ist auch dein Tod;

jede Stunde schlägt dir selbst- wach´ auf-

dann gehst auch du ins Land, das du immer

sehen wolltest, fern von deiner Insel!

 

 

Death, be not proud

Death be not proud, though some have called thee
Mighty and dreadfull, for, thou art not so,
For, those, whom thou think’st, thou dost overthrow,
Die not, poore death, nor yet canst thou kill me.
From rest and sleepe, which but thy pictures bee,
Much pleasure, then from thee, much more must flow,
And soonest our best men with thee doe goe,
Rest of their bones, and soules deliverie.
Thou art slave to Fate, Chance, kings, and desperate men,
And dost with poyson, warre, and sicknesse dwell,
And poppie, or charmes can make us sleepe as well,
And better then thy stroake; why swell’st thou then;
One short sleepe past, wee wake eternally,
And death shall be no more; death, thou shalt die.

John Donne

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