Meine anarchistischen Helden VII – Antonio Gramsci

„Wir müssen uns abgewöhnen und aufhören, die Kultur als enzyklopädisches Wissen zu verstehen, wobei der Mensch nur als ein Gefäß gesehen wird, das mit empirischen Daten angefüllt und vollgepfropft werden muss, mit nackten und zusammenhanglosen Fakten, die er dann in seinem Gehirn wie in den Abschnitten eines Wörterbuchs rubrizieren muss […]. Wirkliche Kultur ist etwas völlig anderes. Kultur ist Disziplinierung des eigenen inneren Ichs, Inbesitznahme der eigenen Persönlichkeit und die Erlangung eines höheren Bewusstseins, mit dem man dazu kommt, den eigenen historischen Wert zu verstehen, die eigene Funktion im Leben, die eigenen Rechte und Pflichten.“ – Grido del popolo vom 29. Januar 1916

 

Der Schoß ist fruchtbar noch,

aus dem das kroch!

 

Ich lese Deine Gefängnishefte,

geschrieben bei Kerzenschein,

halb blind, wie Du schon warst.

Spitzbucklig am Tisch kauernd,

geplagt vom täglichen Kopfschmerz,

spuktest Du Blut, nicht nur das blaue.

Kommunismus wurde Dir zur Religion.

Du wußtest, daß er erst gewinnen könnte,

wenn er die spirituelle Leere der Menschen

ausfülle, die der Kapitalismus in ihren

Seelen grausam hinterlassen hatte.

Gibt es im Materialismus Seele?

Ist diese Regung nicht sentimental?

Was stellt den Menschen höher

als die Maus, die er jagt, als Kulturfolger?

Warum diese vekappte Form der Nächstenliebe?

Du kanntest Auschwitz nicht…….

Aber ich lese es in jeder Zeile, dass Du es

erahntest, wie der Wetterfühlige den Sturm!

Ich fühle mit Dir, mehr und mehr!

 

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