Monatsarchiv: März 2017

Schmuddelkinder

Suhl Dich!

 

Die feine Art oder Verdi

 

Abhören und lauschen,

was die bösen Buben draußen,

buntes treiben,

das man muß vermeiden.

 

Bespitzeln,

was sie auf Zetteln kritzeln,

Witze und Kapriolen,

der Teufel soll sie holen.

 

Nicht grad der echte,

aus dem Kirchengefechte,

es tun´s auch die Grünsten,

in geheimen Diensten.

 

Ach merzt sie aus,

die nicht folgen wollen,

stürzt sie ins Aus,

die der Linie trollen.

 

In diesem Staat

hat nicht das Wort die Freud,

die Verrätersaat

ist längst ausgestreut.

 

 

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Eingeordnet unter Allgemein, Anarchismus, Entrismus, establishment, Kulturkritik, Zynismus

common law marriage or verry british paradoxon

The plotted pilot

 

 

 

Eliten

 

Sie kommen aus den besten Häusern des Landes,

und wollen nur den Armen helfen?

Welcher Adel verpflichtet zu solcher Bewandnis?

Die Hunde in ihren Häusern beißen und bellen!

 

Sie gehen auf die besten Schulen, die es für Geld gibt,

aber wollen darüber nicht reden?

Was treibt Mann im Manne an, daß er nicht zugibt?

Die Hunde in ihren Gärten hecheln und wedeln!

 

Sie ziehen ins Parlament, mit allen Mitteln der Protektion

und wollen, daß wir sie dennoch wählen?

Ihre Kinder, feucht hinter Ohren, ergreifen schon Position.

Die Hunde laufen ums Haus, um Bälle zu quälen!

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Eingeordnet unter Allgemein, Anarchismus, English/France, Entrismus, Falsche Ansichten, Idylle, Politik, Zynismus

Gamer

Angriff der Reptiloiden

Life-Stühle

 

Wunder hab ich nie gesehen,

falsche Schulßfolgerungen häufiger.

Auf den Straßen ändern sich die

Menschen; neue Codes, neue Späße,

neue Gangarten.

 

Ich komme da nicht mit, ich will

auch gar nicht mehr mitkommen.

Jede Generation ein neues Lebensgefühl;

bis das Alter kommt und alle gleich macht.

Noch gleichere findet man auf Friedhöfen.

 

Wie fühlt es sich an,

den Kopf von einem Dinosaurier

abgebissen zu bekommen?

Ich weiß, wie es sich anfühlt,

wenn deinem Kameraden der Kopf

von Kaliber 50 abgerissen wird.

Eine mächtige Sauerei, wirklich mächtig.

 

Aber sie werden gebraucht,

unsere Nerds,

in Geheim-Diensten und

Drohnen-Basen. Je früher

das Training beginnt, um so geschickter.

Dann sitzen sie Tag und Nacht vor

Konsolen und dürfen spielen.

Ein Knopfdruck und >>phhui!<< ist der Feind Brei.

 

Ich habe keine Geschicklichkeit

für so was. Meine Auge-Hand Koordination

brauche ich ganz und gar für anderes.

Morgen ist auch noch ein Tag, aber

im Netz ist 24 Stunden Open-source.

 

So viele leere Stühle im Cafe.

Auch hier starren sie auf Schirme,

anstatt die eleganten Damen

vor dem Schaufenster

auf der Promenade

beim Stolpern zu beobachten.

 

Ja, eine ganz neue Gangart.

 

„Catch The Wind“ In the chilly hours and minutes Of uncertainty, I want to be In the warm hold of your loving mind To feel you all around me And to take your hand along the sand Ah, but I may as well try and catch the wind When sundown pales the sky I want to hide a while behind your smile And everywhere I’d look your eyes I’d find For me to love you now Would be the sweetest thing ‚would make me sing Ah, but I may as well try and catch the wind When rain has hung the leaves with tears I want you near to kill my fears To help me to leave all my blues behind For standing‘ in your heart Is where I want to be and long to be Ah, but I may as well try and catch the wind Ah, but I may as well try and catch the wind

 

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Gliese 710

Massenanziehung

Gravitation

Ich friere,

Du kommst auf uns zu,

um „Hallo“ zu sagen.

Das Leben entsteht

durch winzige Chancen.

Welche Chance wirst

du uns geben? Können

wir nicht warten, etwa so:

 

Freunde des Weltraums,

wie geht es Euch?

Habt ihr schon gegessen?

Besucht uns, wenn

ihr Zeit habt!

point blanc pâle…..

 

Mögen wir uns grüßen

und aneinander

vorbeitreiben, wie

Eisberge an ihren

Bewunderern.

 

Wie kann es sein,

daß die schwächste

Kraft alle anderen überlagert?

Ist das Schwache zwingender,

als dem Starken widerstehen

zu können?

 

Ich spür „uns“ schwinden,

auch wenn „wir“ tanzt,

wie Tropfen auf dem Herd.

 

Ich werde Frost leiden.

Die schwereren Atome

beginnen als eine

geringfügige Änderung

in der Dichte der

Plasmagesichter.

 

Heißes Gas füllt Venen.

Schalllos am Trommelfell-

eine jüngste Posaune kreischt

im Helium-Hirn: Geeichtes Echo;

ich muß mein breites Lächeln ertragen-

Frost erleiden muß ich.

 

 

 

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Eingeordnet unter Allgemein, Popkultur, Raumfahrt, Satire, Schlichtheit

Les soldat perdu – de Verdun à Dien Bien Phu

Der Laufbursche, von Kolonialwarenhändlern geschickt, um die Rechnung vorzulegen.

Kalotten im Geröll (Totenruhe)

Stehst du auch auf einem Berg

von Schädeldächern, geh‘ weiter!

Gehst du über Gebeine, sie alle berg‘,

die deinen, die seinen, mach‘ weiter!

_

Dreh‘ dich nicht um, schau‘ nicht

unter dir , pfeif‘ ein Lied, sei heiter.

Schicht für Schicht öffnet sich Sicht.

Im Sieb finden sich Fingerknöchelchen,

die hüpfen so lustig auf dem Gitter.

_

Reste Stoff, mürb‘ von Schlamm und Frost.

Zähne tanzen auch im Zink-Schäufelchen;

dazwischen, ein Blinken, etwas von Flitter.

Eine Granatenkartusche? Vorsicht! Lost?

_

Grab‘ weiter, such‘ die Hundemarke;

Nachklang einer Existenz aus Lehm

zu Lehm gegeben, rostend. Starke

Chiffren-Vergangenheit, zu lesen bequem:

_

Blutgruppen, Datum der Geburt.Tag des Fallen‘

im Sinn gehabt,- so rechnet´s sich schön:

Bluttruppen im Wiegen des Kessels Hallen.

Gib ihnen Namen, die nie Namen gehabt,

zeig‘ der Welt im Graben einen Sinn zu retten.

_

Kinn! Wie Hass entstellt! Zwischen Polstern

aus Moos und Gras liegt es sich recht. Schab‘

den gelben Matsch von Koppeln und Holstern:

Gebrochen, den Schlaf, um Ewigkeit umzubetten.

_

Wenn Tote ruh’n, dann töten sie nicht im Lauf;

Geh‘ ruhig weiter, paß‘ auf alte Kaliber auf,

tritt nicht in Mi(e)nen, oder tritt sachte d’rauf!

_

Französischer Originaltext Deutsche Übersetzung
Allons enfants de la Patrie,
Le jour de gloire est arrivé!
Contre nous de la tyrannie,
L’étendard sanglant est levé.(2x)
Entendez-vous dans les campagnes
Mugir ces féroces soldats?
Ils viennent jusque dans vos bras
Egorger vos fils, vos compagnes.
Auf, Kinder des Vaterlands!
Der Tag des Ruhms ist da.
Gegen uns wurde der Tyrannei
Blutiges Banner erhoben. (2 x)
Hört ihr im Land
Das Brüllen der grausamen Krieger?
Sie rücken uns auf den Leib,
Eure Söhne, Eure Ehefrauen zu köpfen!
Refrain:
Aux armes, citoyens,
Formez vos bataillons,
Marchons, marchons!
Qu’un sang impur
Abreuve nos sillons!

 

(bis)
Refrain:
Zu den Waffen, Bürger!
Schließt die Reihen,
Vorwärts, marschieren wir!
Das unreine Blut
tränke unserer Äcker Furchen!

 

(wiederholen)

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Eingeordnet unter Allgemein, Kolonialismus, Kulturkritik, Terror

Das Gesicht des weiblichen Faschismus – White woman Alabama song

feminism is faschism with X factor

„Wir haben keine ewigen Freunde,

wir haben keine ewigen Feinde.

Wir haben nur ewig Interessen.“

(Henry John Temple,3rd Viscount Palmerston)

 

Früh-Jahr, Sämann!

 

Riechst Du auch die herrliche Erde,

die bald Dein Gesicht bedecken wird?

Schmeckst Du das eiskalte Quellwasser,

das den Boden tränkt, bis er Dich aufnimmt?

 

Der Winter war härter als erwartet.

Die Pfirsichbäume sind erfroren.

Das Dach verlor Schindeln,

Stürme traten dagegen!

 

Es kommt neues Leben und altes

geht, mein Freund.

Bald muß ich Dich zu Grabe tragen,

im nassen Sack, deine Saat, aufs Feld.

 

Bevor du verschimmelst, bringe ich dich

aus und hoffe auf den Sommer,

der mir neue Frucht bringt, in alter Sorge.

 

Die Plage der Menschen liegt in den

Wiederholungen, aber auch der Trost.

Nur das Ende der Liebe ist endgülig.

 

Ich furche mit dem Spaten. Ich lache

mit den Vögel. Ich singe dem Tag

den Hymnus von Geburt und Wiedergeburt.

 

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Eingeordnet unter Allgemein, Anarchismus, Antike, Ökologie, Übertragung, Entrismus, Falsche Ansichten, Kapitalismus, Kindheit, Liebe, Neues DADA, Politik, Religionsphilosopie, Satire, Umweltschutz, Zynismus

Al-Mansura

„Die Philosophie ist ein Kampf gegen die Verhexung unsres Verstandes durch die Mittel unserer Sprache.“ Ludwig Wittgenstein

 

 

Hey, Deutscher Soldat

 

Hey, Deutscher Soldat,

ist es wieder soweit?

Fällt es leichter, Kinder

zu töten, in ihren Schulen?

 

Hey, Deutscher Soldat,

bist Du wieder höriger

denen, die Dich rechtfertigen

für Deine Schandtaten?

 

Hey, Deutscher Soldat,

juckt es Dir wieder mehr  in den

Fingern? Ist es heute anders

als früher, weil Dir Weiber

befehlen? Heiligt das Weib

den Mord, Soldat?

 

Hey, Deutscher Soldat,

wann marschiertest Du

gen Osten und erobertest

Land für dieses Volk

ohne Raum? Werden

wir dort dann Moscheen

bauen, du Held der Obrigkeit?

 

Hey, Deutscher Soldat,

wann machtest

Du je das Richtige und sagtest

Nein? Wann marschiertest

Du verkehrt herum, und

befreitest Dein Volk von der

Tyrannei der Hure Babylon?

 

Hey, Deutscher Soldat,

merkst Du denn nicht,

daß Du wieder für eine

Sache kämpfst, die mehr

Leid bringt, als Hilfe?

Sie wollen uns alle versklaven

und benutzen Dich!

 

Wie lange noch,

Deutscher Soldat?

Wann hören wir den

Stechschritt? Wann spüren

wir Stiefeltritte?

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Eingeordnet unter Allgemein, Anarchismus, Antisemitismus, Drohnenkrieg, Eliten, Entrismus, establishment, Falsche Ansichten, Flüchtlinge, Gaza, Iraque, Kolonialismus, Kulturkritik, Politik, Rechtsstaat, Terror, Zynismus

The Big Trail

Way West Wrong Strong

 

Frankfurt- New York

 

Warum ich hier hier hier hier

sitze, ich weiß es nicht; nein,

ich weiß sehr wohl. Ich will es

nicht wissen. Ich will nichts mehr

rechtfertigen müssen! Alles,

was ich liebte, hab ich zerstört.

Meine bürgerliche Existenz ist

hinter mir und wieder vor mir…wer weiß

 

1843, 1945, 1989, 2001, 2015……..

ich bin müde,

als ich meine Boardkarte abgebe;

ich werde nicht ertrinken,

auf hoher See, wenn ich nicht abstürze…

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Geistes-Gifte

Bin Japaner, wollte es mir schon immer von einem Gebieter in den Hintern besorgen lassen.“ „Wir redeten die ganze Nacht über Kerouac & Cassady saßen wie Buddha schliefen dann in seinem Kapitänsbett.“

 

 

Falsche Interpretationen – An den toten Allen Ginsberg

Unwissenheit

Du weißt, es ist mir egal, ob Du tot bist.

Und es wird kein Geheul geben. Kein Moloch

wird in meine Träume treten, weil du nicht

mehr bist. Du bist nicht mehr, weil es gut ist, nicht

mehr zu sein. mit der Gier nach Körpern und noch

mehr Körpern. Auf Zärtlichkeit im Fleische folgt

Verwesung und Hingabe und das ist so, wie es ist.

Es gibt Kenner, die zitieren genau und wissen

Bücher in- und auswendig und dennoch haben sie

nichts verstanden. Oft sah ich sie in Klöstern,

dogmatisch Palmblätter beschriften: Automaten.

 

Gier

Die Menschen deines Lebens, Begegnungen

mit und ohne Bedeutung; der Spiegel deines

Lebens, bewegter Spiegel, Wasser gleich,

im Wechsel Gesichter kommen und gehen

und rauschen, ja, Stimmen, wie Glocken,

Stimmen wie Sägen, laut und grausam, leise

und duldsam…die lauteste Stimme meines

Lebens war die eines demütigen Mönches

und die deines Lebens? Das Stöhnen beim Blasen?

Wie man sich täuschen kann in der Suche

nach Happieness. Diese Weichschaumbuddhisten,

die keinen Arsch in der Hose haben und alle

terrorisieren, die im Karneval des Lebens eine

Scheibe ergattern wollen. Ich schlage mir die

Hand auf den Mund. deine Hand, alter netter schwuler Opa.

 

Hass

Ich habe nicht die Wahl sanft zu sein. Das ist

ein Irrtum der Freigestellten, die im Überleben

nicht jeden Schlag ertragen mußten, aus der

Gier der anderen, ihren Lügen und Betrügereien.

Wer erlebt, dass der Mensch des Menschen

Wolf ist, wer es wirklich erlebt, dass Gerechtigkeit

Ungerechtigkeit schafft; wer also das dualistische

Rad der Freaks aus Staat und Recht und Verwaltung

erlebt hat und nicht mehr ertragen kann, braucht

keine Ratschläge der Agressionsvermeidung,

denn sonst ändert sich nichts, rein gar nichts!

 

Gifte

Ich zähle den Tod nicht,

weder aus Ruhmessucht,

noch aus Sehnsucht,

Geltungssucht:

Ist er, bin ich nicht, bin ich,

ist er nicht,- alter Hedonist,

wozu noch Weisheit im

Vergehen? So eitel?

Soll etwas bestehen bleiben,

von Dir?

Märchen der Geilheit?

Legenden der Bewegungen der Lenden?

Sagen von Eiern und Schwänzen und „V“otzen,

die keinen interessieren?

Kolloriertes, klitorales Personal deines Lebens?

Statisten, Staffagen und Bühnenbilder?

Bete sie nicht an, diene ihnen nicht. Nimm den Tod

wie ein verlorenes Spiel an. Das deinige Leben war

schon immer verloren, wie jedes andere auch.

 

 

 

TOD & RUHM by Allen Ginsberg

Wenn ich sterbe
ist’s mir egal was mit meinem Körper geschieht
werft Asche in die Luft, verstreut sie im East River
begrabt eine Urne in Elizabeth New Jersey, B’nai Israel Friedhof
Aber ich will eine riesige Beerdigung
St. Patricks Kathedrale, St. Marks Church, die größte Synagoge
in Manhattan
Zuerst mal die Familie, Bruder, Neffen, munter 96 Jahre alte
Stiefmutter Edith, Tante Honey aus dem alten Newark,
Dokter Joel, Kusine Mindy, Bruder Gene einäugig schwerhörig, blonde Schwiegertochter Connie, fünf Neffen,
Stiefbrüder & Schwestern ihre Enkelkinder,
Gefährte Peter Orlovsky, Behüter Rosenthal & HaIe, Bill Morgan –
Sodann, Geist Seele von Lehrer Trungpa Vajracharja, Gelek Rinpoche, dort Sakyong Mipham, Dalai Lama
aufmerksam, Möglichkeit Amerika zu besuchen, Satchitananda Swami
Shivananda, Dehorahava Baba, der XVI. Karmapa, Dudjom Rinpoche, Trugbilder Katagiris & Suzuki Roshis,
Baker, Whalen, Daido Loorie, Qwong, gebrechlich weißhaariger Kapleau Roshi, Lama Tarchen −
Dann, ganz wichtig, Liebhaber eines halben Jahrhunderts
Duzende, an die hundert, ja mehr, alte Knaben kahl & reich
junge Kerle noch kürzlich nackt im Bett gehabt, alle überrascht, sich hier zu treffen,
zahllos, vertraut, tauschen Erinnerungen aus
„Er hat mir beigebracht zu meditieren, jetzt bin ich schon ein alter Hase beim Tausend-Tage-Retreat –“
„Ich machte Musik in U-Bahnstationen, ich bin nicht schwul aber liebte ihn er liebte mich.“
„Mit 19 gab er mir mehr Liebe als irgend jemand zuvor.“
„Wir lagen unter Laken tratschten lasen meine Gedichte, umarmten und küßten uns Bauch an Bauch Arme
umeinander geschlungen,“
„In sein Schubladenbett kam ich immer in Unterwäsche & am Morgen lagen meine Klamotten auf dem
Fußboden.“
„Bin Japaner, wollte es mir schon immer von einem Gebieter in den Hintern besorgen lassen.“
„Wir redeten die ganze Nacht über Kerouac & Cassady saßen wie Buddha schliefen dann in seinem
Kapitänsbett.“
„Er schien so viel Zuneigung zu brauchen, eine Schande ihn nicht glücklich zu machen.“
„Ich war einsam, niemals vorher mit irgend jemandem nackt im Bett, er war so zärtlich mein Bauch
erzitterte als er mit dem Finger über meinen Leib Nippel zur Hüfte fuhr –“
„Alles was ich tat war mit geschlossenen Augen dazuliegen, mit dem Mund & Finger an meinen Hüften brachte
er mich zum Spritzen.“
„Er konnte prima blasen.“
So wird’s Tratsch geben, von Geliebten seit 1948, der Geist von Neal Cassady trifft sich mit Fleisch und
jugendlichem Blut von 1997,
und Überraschung – „Du auch? Aber ich dachte du wärst hetero!“
„Bin ich, Ginsberg ist ’ne Ausnahme, aus irgend einem Grund gefiel er mir.“
„Ich wußte nicht mehr ob ich hetero schwul tuntig oder albern war, war ganz ich selbst, sanft und zärtlich wurde
geküßt auf meinen Kopf,
die Stirn Kehle Herz & Solarplexus, Bauchmitte, auf meinen Schwanz, seine Zunge kitzelte meinen Hintern.“
„Es war wunderbar wie er rezitierte ,But at my back always hear / time’s winged chariot hurrying near‘, Köpfe
nah, Auge in Auge, auf einem Kissen…“
Unter den Geliebten ein hübscher Junge, der hinterherbummelte:
„Ich war in seiner Poetry-Klasse brachte Besorgungen in seine Wohnung
verführte mich wollte gar nicht, machte es mir, ging nach Hause, sah ihn nie wieder wollte auch nicht…“
„Er bekam ihn nicht hoch aber liebte mich“, „Ein anständiger alter Herr“, „Er achtete darauf, daß ich als erster
kam.“
All dies erstaunte die Versammelten überaus, stolz auf diesem Zeremonienplatz der Ehre −
Dann Dichter und Musiker – College Boys Grunge-Bands – altgewordene Rock-Star Beatles, treue Begleiter auf
der Guitarre, schwule klassische Dirigenten, unbekannte High-Jazz Komponisten, abgefahrene Trompeter,
schwarze Kontrabass- und Waldhorn Genies, Folksänger Fiedler mit Dobro Tambourine Mundharmonika
Mandoline Klaviaturzitter Pfennigtröte & Kazoos
Gefolgt von Künstlern, italienische romantische Realisten geübt in indischen Mythen der 60er, spät fauvistische
toskanische Dichter-Maler, Klassikhandwerker surreale Lackaffen aus Massachusets mit europäischen Frauen,
Armut Skizzenbuch Kreidegrund Öl Wasserfarben Meister aus ganz Amerika
Dann Hochschullehrer, einsame irische Bibliothekare, feinsinnige Bibliophiele, Sexuelle-Befreier-Truppen ja
sogar -Armeen, Damen jeglichen Geschlechts
„Ich habe ihn dutzendemale getroffen nie erinnerte er sich an meinen Namen ich habe ihn trotzdem geliebt, ein
wahrer Künstler.“
„Hatte Nervenzusammenbruch nach Wechseljahren, seine Poesie sein Humor bewahrte mich vor Selbstmord
Krankenhäusern.“
„Charmant, Genie ohne große Ansprüche, spülte den Abwasch, eine Woche lang Gast in meinem Studio in
Budapest.“
Tausende von Lesern, „Howl veränderte mein Leben in Libertyville, Illinois.“
„Ich sah ihn lesen am staatlichen Montclair-Lehrerseminar beschloß Dichter zu werden…“
„Er törnte mich an, ich begann mit Garagen-Rock sang meine Lieder in Kansas City…“
Kaddish rührte mich zu Tränen weinte über mich selbst & meinen noch lebenden Vater in Nevada City.“
Father Death tröstete mich als meine Schwester 1982 in Boston starb.“
„Ich las was er sagte in einem Nachrichtenmagazin, haute mich völlig um, merkte da draußen gibt es noch mehr
wie mich.“
Taube & stumme Barden deren beredten Hände schnelle brilliante Bewegungen vollführten.
Dann Journalisten, Lektoratssekretärinnen, Agenten, Porträtisten & Fotografie-Verrückte, Rockkritiker, gebildete
Arbeiter, Kulturgeschichtler kommen um Zeuge dieses historischen Begräbnisses zu sein
Superfans, Dichterlinge, alternde Beatniks & Deadheads, Autogrammjäger, vornehme Paparazzi, intelligente
Glotzer
Alle wußten sie waren Teil der „Geschichte“, außer dem Verblichenen der aber auch zu meinen Lebzeiten nie
richtig wußte, was denn nun eigentlich los war.

22. Februar 1997

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New York City – Perstare et praestare

Wer wirklich etwas los hat, muß imstande sein, gleichzeitig zwei einander diametral entgegengesetzte Gedanken im Kopf zu haben und trotzdem funktionsfähig zu bleiben. Francis Scott Fitzgerald

Nieuwe Amsterdam

Ich habe mich verirrt,

 am St. Mark’s Place.

*

Neben mir irren auch

Unentschiedene, Einsame,

Unbefangene;

dunkel beglaste

Besucher der Auslagen,

zwischen Comics und

Kinkerlitzchen.

*

Ich bin hier fehl am

Platze;…ich weiß, was

ich will!

Ein kurzes

Schwätzchen mit einer

Janis-Joplin-Imitatorin,

und ich kenn den Weg

zur Bowery.

*

Wege wie Graden,

Kreuzungen im

rechten Winkel.

Wo ist man nicht

lange verloren?

*

Verdrängungen;

in Lofts sitzen

die Künstler

und nehmen den

nicht künstlichen

Menschen den Raum

zum Atem.

*

Dieser Flair morbider

Schönheit. Da, die

Itaker, dort, die Schlitzaugen

und dazwischen der

Totentanz studentischer

Wohlhabenheit.

*

Auf der Delancey Street,

endlich Pause, in einem

kleinen Diner.

*

Ein „Blondine“ setz sich

zu mir, groß und kräftig,

mit Adlerprofil. Ich denke,

ne Transe. Sie spricht

mich an, was ich hier suche?

*

„Ich suche America!“, antworte

ich ihr blöde.-

„Das echte?“ (ihre

Worte lösen Peinlichkeit bei

mir aus) Sie grinst:“ Haben schon

viele versucht! Haste Geld?“

*

Ich habe Befürchtungen, dass

mich diese Scheinfrau ausrauben

will. “ Genug für einen Camper

und Benzin.“ -„Nimmste mich mit,

ich will hier weg?“

*

Ich könnte jetzt genügend Bedenken

vortragen:

-daß wir uns nicht kennen.

-daß wir uns noch nicht lang genug kennen.

-daß ich noch nicht weiß, wo ich hin will.

Ich sage Ja und sie sagt:“ Okay, dann nehmen

wir meinen Camper? Der steht hier in der Nähe!“

*

Mir fällt der Löffel aus dem Kaffee, und sie lacht.

Ich grinse auch und frage“ Wie kommst Du

gerade auf mich?“

*

„Na, wegen Deines Buches! Wer liest schon

Intruder in the Dust

in New York? Du bist irre genug für mich!“

Ich verstehe!

*

„Ich heiße Evangeline

und bin Bildhauerin… und Du?“

*

*

*

*

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