Gute Zeit für schlechte Lyrik: 七人の侍

Fette Lady

Fat Lady

 

 

Auf dem Sonnen-Deck der Nile-Queen

 

Unbewußt: Die Glücklichen

im Sozialneid. Ihre Stimmen,

überall. Ihre Gesichter, chirurgisch.

*

Die Regenzeit war kurz, und

die Böden dürsten immer noch, aber

die Gäste schimpfen über den Service.

In allem haben sie recht.

*

Die weißen Segel der Fellucken auf dem Nil abwärts

sehe ich nicht. Vor allem

*

sehe ich ausgemergelte Händler, in Boten, an der Bordwand:

Stundenlang könnte ich betrachten,

wie fette, blasse Europäerinnen feilschen!

Nackte, eingeölte Dinger sonnen

sich, qualmend, wie ehedem.

*

In meine Verbitterung paßt

kein Reim zwischen den Eindrücken.

*

In mir schweigt

Ergriffenheit über die Allmacht der Wüste am Abend.

Das transistore Gequatsche der Nachrichten entsetzt nicht mehr.

Weder das eine,

noch das andere, lohnt für Notizen im Tablet.

 

 

Die Faken-Weser

Die Fake(n)-Wesire

 

„Die Menschheit muss sich dem Leben stellen,

ohne sich auf Gott oder Buddha zu verlassen“

Akira Kurusawa 乱

Das kritische Wort wäre nötig. Das Lügengesicht

behauptet die große Empfindsamkeit. Der Gläubige

hat die gedrehte Fakenews

nur noch nicht verstanden.


Was sind das für Wenden, wo

ein Satz über die Fehler eines Einzelnen

so viel Schweigen über Verbrechen der Eliten einbezieht?

Die, die dort in den Medien

das Wort erheben und den „Staat“ vermitteln, sind

unerreichbar für die echte Not!


Es ist wahr: Sie verdienen nur ihren Unterhalt.

Aber glaube mir: Das ist nur Glück. Nichts

von dem, was sie tun, berechtigt sie dazu, sich satt zu essen.

Zufällig war da nichts! ( Wenn die Seilschaften abstürzen,

sind auch sie verloren.)

 

Alle lassen es zu, daß sie sich satt essen und trinken, aber wehe!

Solltest Du darüber nachdenken, warum sie haben und andere

nicht, dann sperren sie Dir die Konten, dann kannst

DU vergessen, etwas abzugeben, den Hungernden und Dürstenden!

Und so essen und trinken alle brav schweigend weiter.


Ich wäre nicht gerne wie sie,

aber die Buchhaltung hat uns alle;

Wir werden uns nicht aus dem Streit der

Welt halten können, es bleibt nicht mehr viel Zeit.

Lerne ohne Abscheu

mit Gewalt auszukommen,

dem scheinbar Guten nicht allzuleicht zu vertrauen.

Den „Guten“ blind zu glauben, heißt nur, dem Bösen

zu folgen, sei weise!

Ich übe immer wieder neu und weiter:

Unbegreiflich, die Finsternis ist bald da!


2.

Ich kam zur Welt in der Zeit der Drohung,

es herrschte Frieden in kleinen Kriegen!

Ich lernte den Mord-und Totschlag, um ihn zu mildern.

Und ich empörte mich, welcher Ungerechtigkeit ich diente.

Diene ihnen nicht, laß die Zeit vergehen;

Nichts ist gegeben, außer Dein Leben!


Unsere Mahlzeiten besorgten uns die Schlachten.

Schlafen mußte ich wie jeder unter dem Mördermond.

Wie alle liebte ich achtlos

und die Natur war mir egal!

Diene ihnen nicht, laß die Zeit vergehen;

Nichts ist gegeben, außer Dein Leben!


Alle Straßen führen in die Irre; fürchte nichts!

Finde den Weg durch gehen!

Der Schlachter erkennt den Schlächter besser!

Ich warnte vergeblich. Aber die Herrschenden

verbuchen alles und jeden; hoffe nichts!

Diene ihnen nicht, laß die Zeit vergehen;

Nichts ist gegeben, außer Dein Leben!


Wir sind keine Titanen. Die Ziele

waren oft verlogen und falsch!

Der andere, bessere Weg war nicht

immer erkennbar; aber vertraue Dir!

Diene ihnen nicht, laß die Zeit vergehen;

Nichts ist gegeben, außer Dein Leben!

3.

Du, der da kommen wird, nicht als Gattung,

sondern als Mensch; ich werde nicht mehr sein!

Aber bitte erinnere Dich,

wenn Du mein lückenhaftes Wissen zur Kenntnis nimmst;

ich sah die Finsternis kommen,

nach der Du kommen wirst!


Hätte ich doch nicht so oft die Schuhe gewechselt,

und wäre mehr bei mir geblieben,

wieviel Krieg, Unrecht, Empörung wäre mir erspart geblieben!


Heute weiß ich aber:

Auch der Haß hat seinen Sinn,

nicht nur die verblödende Liebe!

Zorn und Unrecht erniedrigen einander!

Trotz heiserer Stimme, wehre Dich! Ach, ich

konnte mich nicht wehren, weil man mir

die Wildheit der Kindheit nahm…

Magst Du freier behütet sein.


Du aber, wenn Deine Zeit da ist,

und der Mensch das Helferlein überwunden hat,

Erinnere Dich meiner,

schonungslos!

*

Das Leben ist grundsätzlich ohne Happy End. 羅生門

KIdney for president

Odessa-Kidney for president

 

Geheimbasis (Donbass)

 

Ein lahmer Falke rastet auf dem First. Eine leichte Böe

von Westen her wird ihn fortjagen.

Im Gerümpel spielen keine Kinder mehr;

sie werden in Gärten gezogen.

 

Der Email-account ist willkommen tot.

Kein Strom, kein Anschluß.

In Ferne ein Kettenfahrzeug, das Staub aufwirbelt.

Es lohnt kaum Fenster und Türen zu reparieren.

 

 

Die miese Pappel

Der miese Plapperkasper

 

 

Zu spätes Erwachen

 

Der Seifenbaum, ein echter Verwandlungskünstler;

Früher, ein versoffener Narzisst. Der Teich,

modert nicht sichtbar; man rührt nicht dran!

Die Nelken vor den Rosen, faul und arrogant.

Wozu?

Ich sah traumlos das Zinseskinn, das wir tragen

müssen, wie Sklaven Ketten. Wir tragens tödlich

und zielsicher in alle Welt.

Heuchler! dachte ich mir,

hilflos!

 

Nicht kleckern, klunckern!

Nicht kleckern, klunckern!

Fragen an einen Smartphone-USER (suspended Europe)

 

Wer baute den ersten IBM-PC?

In der PDF stehen nur Zahlenkolonnen.

Welche Abteilung, welcher Tüftler programmierte?

Und die Jungens von Apple

*

Wer hatte ursächlich die Idee fürn nen Smartphone?

In welchen versiphten Hinterstuben sitzen die Heimprogrammierer?

Was kriegen sie für einen 1000 zeiligen Code, von dem sie nicht wissen,

welches Bruchstück einer  Zielfernsteuerung es ist? Wen kümmerts?

*

Die Lichter von Schanghai sind triumphal! Wer entzündet sie?

Von Singapore bis Tokio hängen sie an den Bild-Schirmen,

um die Welt mit Apps und Spielchen zu versorgen; eine eigene

Klasse der Pueri aeterni und App-Gehängten mit Billig-Löhnen.

*

Steve Jobs oder Linus Torvalds,

wer eroberte die Hinterhöfe von

Riga bis Wladiwostok?

Wer befreite die Welt vom Joch

der Überwachung:

Assange oder Snowden?

*

Erst bringen sie die Welt an den Draht, um sie dann zu verwalten mit Konsolen?

Ray Tomlinson machte Postboten arbeitslos.

Das Intenet der Dinge, macht es uns reicher?

Jede Erfahrung kostet auch!

*

Was baut ihr noch zusammen?

Womit wollt ihr uns noch beschenken und ablenken?

Alle 3 Jahre eine Speicherverdopplung, Quantensprünge?

China-Syndrom, wer kann das noch aufhalten?

So wenige Bedürfnisse, so viele Innovationen!

Die Legislative

Die Legislative

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