Meine anarchistischen Helden I Erich Mühsam

Ernste Literatur ist tödlich!

Ernste Literatur ist tödlich!

 

„Der Sarg wurde geöffnet. Vor mir lag mein Mann. Das Gesicht war bleich, aber ganz, ganz ruhig. Ein Streifen am Hals zeigte mir die Spuren des Strickes. […] Mein Schwager Hans sagte: ‚Entschuldige, mein Bruder, ich bin ein alter Arzt‘, zog ihm das Hemd aus, der Rücken war vollkommen verprügelt, und getötet war er durch eine Giftinjektion und tot aufgehängt im Abort.“

Sich fügen heißt lügen

Haben sie Dich tot geprügelt,

haben sie Dich erdrosselt,

haben sie Dich abgespritzt?

 

Ich weiß, Du hast nicht nachgegeben!

Du hast nicht um Dein Leben gebettelt,

Deine Überzeugung als freier Mensch

geboren worden zu sein, hast Du nicht

verraten, ihnen nicht die Genugtuung

gegeben, als sie in Deine Zelle traten.

 

Sie ließen verlautbaren, Du habest Dich

erhängt, Du, dessen Werk dem Leben

trotzte, niemals hast Du diesen Henkern

den Gefallen getan! Du nicht, niemals!

 

Unbeugsamer, unbeirrter Nicht-Untertan,

Du warst immer weiser Vorgeher, gutmütiger Weg,

mein Fanal bis zum herrlosen Morgengrauen.

 

„Ich glaube man suchte Briefe des alten Anarchisten Mühsam bei mir, der eine kindliche Neigung zu mir gefaßt hatte und den man dann auf so schauerliche Weise ermordete. Er war einer der besten und gutmütigsten Menschen, denen ich begegnet bin.“- Ernst Jünger über Erich Mühsam im Pariser Tagebuch (Strahlungen) unter dem 10. September 1943 unter Bezugnahme auf eine im Frühjahr 1933 erfolgte Hausdurchsuchung.

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