Rhetorischer Kuhhandel vom 8. Mai 1985 oder die religiösen Kinder von Kriegsverbrechern

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„Gebt unsere Kinder frei von der Schuld, und wir erkennen Euch als unsere Befreier an!“ Henry Timrod an Abraham Lincoln, Brief vom 9. Mai 1864.

Das Land der Büßer und Nachgeschorenen oder land of the free

Befreit?

Von wem, von was?

Wenn Mörder von Mördern befreien,

von was sollte  man befreit sein?

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Familie besteht nicht darin,

vom selben Blut zu sein,

sondern in der Bereitschaft,

es füreinander zu geben:

Im zweiten Weltkrieg starben

ca. 50 Mio Menschen.

Im „kalten Krieg“ starben

ca. 300 Mio Menschen,

nicht nur durch Hunger, Armut und Seuchen.

Guter Imperialismus,

böser Imperialismus?

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Nichts kommt von nichts, auch ISIS

und OSIRIS nicht.

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Und warum trage ich nicht an der

Schuld meiner Eltern?

Ich bin freigesprochen von den

Schandtaten meiner Vorväter,

zur ewigen Erinnerung verdammt?

_

Wann ist genug erinnert, wann

genug geschuldet? Und wenn es

nicht darum geht, wozu nicht

wirklich bekennen: Baut eine Mauer

in Berlin, auf dem die Namen aller

Nazis und aller Mithelfer stehen?

Warum nicht?

_

Zu viele bekannte Namen

aus beliebten Kontexten?

Kinder von Mördern werden

oft wie Mörderkinder behandelt.

Schimpf und Schande fällt auch auf

die zurück, die die Nachgeborenen sind.

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Selbst der „Gott der Monotheisten“

wird sich rächen, bis ins dritte

und vierte Glied, und nur wer sich ihm

unterwirft, wird Barmherzigkeit erfahren!

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Jeder erweiterte Suizid von

Familienoberhäuptern besteht doch gerade

in der Vorstellung der Schuld des Vaters?

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Wen die Ägypter aus der Geschichte tilgen

wollten, dessen Kartusche meisselten

sie aus den Pylonen! Wen man branddmarken

will, dessen Namen hält man in Stein fest,

egal ob den des Helden oder den des Unholdes!

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Und die Erbsünde, was ist mit der, ähhh?!

Isaak und Abraham können davon ein

Liedchen singen! Das Kainzeichen ist mit

Noah nicht von der Erde gespült worden!

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Unsere soziale Realtät

wird von  stillen Gesetzen und

präsupponierten

Wert-Vorstellungen begleitet, die von archaischen,

nazistischen und mittelalterlichen Weltbildern

abstammen. Wenn Ihr uns befreien wollt,

dann geht an den Radix des Übels:

Die Geistesvorstellungen in Familien,

Gemeinden, Gremien und Untersuchungsausschüssen,-

anstatt Euch an die Lippenbekenntnisse Eurer Eltern zu halten.

_

Eines Tages wird

auf dem grünen Acker

vor dem Umbau des „Reichstages“

auf der Schandmauer

der Nationalsozialistischen Mitverschwörung

unter den to(au)senden Namen der Mittäter, Mitwisser und

Mitläufer auch der Name v. Weizsäcker zu lesen sein!  ;),

_

Wenn Ihr eine Kultur des Erinnerns etablieren wollt,

dann erinnert richtig: Erinnert an die aufzählbaren

Täter und hört auf, die zahllosen Opfer zu abstrahieren!

Nennt die Namen, wie altersher, auf Schandmauern und

-Pfählen, auf Prangern und Stelen: Nennt Sie, deren Kindern

heute weiter im Spiel der Macht die Karten geben,

und ruft sie laut und deutlich bei Ihrem Namen, wie Gott einst Kain:

„Wo ist Dein Bruder Abel, Kain!?“

_

Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation; bei denen, die mich lieben und auf meine Gebote achten, erweise ich Tausenden meine Huld.“ (Ex 20,2–17/Dtn 5,6–21)

Danke, KarHeinz Deschner!

Versuche der Umdeutung Deutscher Geschichte: Re·vi·si·o·nis·mus (Sozialfaschismus)

Denn über alle Schmach des Krieges geht die der Menschen, von ihm nichts mehr wissen zu wollen, indem sie zwar ertragen, daß er ist, aber nicht, daß er war.

Karl Kraus (1874 – 1936), österreichischer Schriftsteller

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