Pijor, Elritze, Maipiere, Pfrille, Bitterfisch…Mönsterchen aus dem Loch Ness

Löwe Pijor

Löwe Bitterfisch

 

Als die Mutter ihren Sohn verteidigte, spitz wie Nachbars Lumpi, der überall Cybermobbing betrieb……..

 

Liebes Klassenteam, liebe Eltern,

auch ich habe in den letzten Tagen mehrfach mit L…. über die Vorwürfe des Cyber-Mobbings gesprochen und kann mich nur anschließen, dass die aufgekeimte Diskussion bzw. die Vorwürfe die Klasse derzeit sehr beschäftigt. Selbstredend erachte ich es als meine Pflicht, bereits seit längerer Zeit, ihn hinsichtlich des Umgangs mit jeglichen Medien aufzuklären und natürlich auch auf Gefahren sowie das „langlebige Gedächtnis“ des Internet hinzuweisen. Allerdings möchte ich auch an die Ausführungen der beiden Elternteile mit der Bitte um Aufklärung anknüpfen. Es werden ernsthafte Anschuldigungen erhoben, denen es nachzugehen gilt. Ich habe die Nachrichten auf dem Handy meines Sohnes gelesen (gelöschte Konversationen ausgenommen) und konnte ebenfalls nur Alltägliches finden. Natürlich finde ich den Ton und vor allem die Ausdrucksweise, aus meiner Sicht einer Erwachsenen, nicht immer angemessen, denke jedoch, dass die Kinder den respektvollen Umgang miteinander noch erlernen müssen. Ich kann begleiten, aufklären, verweisen, informieren, jedoch nicht permanent verbieten und kontrollieren, die „Neuen Medien“ schon überhaupt nicht. Das Schreiben via Handy oder Facebook etc. halte ich für normal. Wir Eltern versammelten uns damals nachmittags im Park, an der Tischtennisplatte oder anderweitigen Treffpunkten im Kiez, um zu schwatzen, motzen, vor allem auszutauschen. Ich kann mich nicht erinnern, dass meine Eltern zugegen waren und unsere Gespräche belauschten, geschweige diese auch hätten hören wollen. Der Treffpunkt unserer Kinder hat sich aufgrund der gesellschaftlichen und vor allem auch bildungspolitischen Verhältnisse verändert. – Man trifft sich im medialen Netzwerk.
Ich möchte an dieser Stelle auch darauf verweisen, dass sich unsere Kinder, mein Sohn auf jeden Fall, in der Pubertät befinden. Diese Phase ist gekennzeichnet von Protest, Abnabelung und vor allem dem Wunsch nach Unabhängigkeit. Dies hat natürlich diverse Konflikte!!! und Auseinandersetzungen zur Folge, mit mir als Mutter, mit Pädagogen, Erwachsenen im Allgemeinen und natürlich Gleichaltrigen. Sie suchen ihren privaten Raum, um ihren Gedanken und Gefühlen Luft zu machen. Negative Äußerungen, auch gegenüber uns Lehrern, gehören meines Erachtens auch dazu.
Zurück zur Thematik des Mobbings. Ich möchte ebenfalls, dass den Dingen auf den Grund gegangen wird. Sind die Vorwürfe begründet? Wird tatsächlich ein Kind ausgegrenzt? Was sind die Ursachen und wie können vor allem Lösungen gefunden werden? Wie kann das Gruppen- bzw. Klassenklima gestärkt werden, vor allem das Selbstwertgefühl eines/r jeden Einzelnen? Könnte eventuell eine Projektidee entwickelt werden, wo Eltern, Lehrer und Kinder gemeinsam wirken dürfen und müssen, wo Jede/r seine Fähigkeiten einbringen und sich die Schüler außerhalb des klassischen Lernens näher kommen können? (  http://www.berliner-woche.de/nachrichten/bezirk-mitte/artikel/45002-graffiti-fuer-stromkaesten/   http://www.hpz-paf.de/einrichtungen/sfz-pfaffenhofen/anti-mobbing-projekt/  ) Welche Unterstützung wünschen Sie sich von uns als Eltern? Sanktionen aufgrund gegenseitiger Vorwürfe oder Beschuldigungen halte ich persönlich nicht für eine Lösung.
Mit den besten Grüßen

…………

 

Liebe Frau W, Lieber Herr K, Liebe Eltern,

in den vergangenen Tagen hat mir T. von den Vorwürfen des Cyber Mobbing erzählt und es wurde deutlich, dass die Klasse derzeit in großer Aufregung ist.

Meine Fragen sind: Sind die Vorwürfe wirklich begründet? Wie lässt sich produktiv mit dem Problem umgehen?

1) Internet
Ich halte die Vernetzung der Kinder übers Internet für normal und frage mich, ob es angemessen ist von einem „inoffiziellen Klassen Chat“ zu sprechen. Natürlich ist so eine Vernetzung „inoffiziell“, wie auch anders? Es ist die Art und Weise der Kinder, privat miteinander zu kommunzieren in einem Medium, das ihnen vertraut ist wie kein anderes. Sich gegen die Tatsache zu stellen, dass unsere Kinder anders kommunzieren als wir, halte ich schlicht für weltfremd. Und wir können (und sollten) nicht alles kontrollieren, was unsere Kinder denken und tun.

UND

2) Mobbing
Wenn der Vorwurf von Cyber Mobbing im Raum steht, halte ich es für das Beste, ihm konkret nachzugehen. Nichts ist schlimmer, als Verdächtigung, schwelendes Mißtrauen. Der Chat ist auf den Handys der Kinder zugänglich und lässt sich zurückverfolgen. Man könnte sich den Gesprächsverlauf genau anschauen, ihn dokumentieren und auswerten.

UND

3) Respekt-Lernen
Der Chat (ich habe mir die letzten Tage zeigen lassen) spiegelt die Welt der Kinder wieder: Alltagskram, neue Erlebnisse, die geteilt werden, Haltungen und Gefühle. Natürlich sind letztere nicht immer nur positiv. Es ist selbstverständlich, dass die Kinder lernen müssen, Respekt vor anderen zu haben (und auch Respekt vor sich selber, der Natur und den Dingen).
Doch wenn wir als Erwachsene nicht akzeptieren, dass es Negativität gibt, Konkurrenz und Angst, werden wir unsere Kinder wenig im Erlernen eines respektvollen Verhaltens begleiten können. Verbote und Kriminalisierungen sind nur ein Weg.
Als Theaterpädagogin weiß ich, dass es sehr hilfreich sein kann, wenn den Kindern Räume eröffnet werden, die ihnen auf der Grundlage einer vertrauensvollen Gruppenatmosphäre eine Auseinandersetzung mit allen ihren Gefühlen ermöglichen, z.B. im Rahmen von Kunstprojekten.

Freundliche Grüße und einen schönen Sonntag allen,
………..

 

Eltern unterstützen jeden Mist ihrer Kinder, indem Sie ihr Fehlverhalten verständlich und plausibel machen wollen. Verstehen ist aber nicht Erlauben!

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