In Liebe für „meinen“ interstellaren Dylan Thomas

Für Christopher Nolan s Fehlinterpretation

Für Christopher Nolan s Fehlinterpretation

 

Für Dylan Thomas:

Begib Dich nicht leichtfertig 
in diese herrliche Nacht…..- Gebet für einen sterbenden Fischer bei seiner letzten Ausfahrt.

 

Begib Dich nicht leichtfertig in diese herrliche Nacht:

Wie Feuer rasen solltest Du, Sterblicher, bevor der Tag beschließt;

Glut und Wut widerstreben des sterbenden Lichtes Pracht.

*

Nur Seebären durchdenken die Finsternis weise

und dennoch ernteten ihre Worte nichts, was ihr Verschwinden verhieß!

Wenn Du die Schönheit der Nacht lobst, sei leise!

*

Selbst die Härtesten, die den Kaventzmann überlebten, wehklagen,

über das, was von Fängen übrig blieb, tänzelnd in grüner Dünung.

Selbst Sie wagen,  mit Wut und Zorn,der einbrechenden Nacht zu klagen!

*

Auch Draufgänger, die jeden Flug der Sonne miterlebten,

lernten zu spät ihren Untergang zu bedauern!

Geh nicht in die Nacht, ohne zu beten!

*

Die Ertrinkenden, die nah dem Tode, aber ohne Hoffnung sind,

sie wollen im Untergang das Licht noch schauen!

Auch sie verfluchen die Sonne, wie sie sinkt!

*

Und Du, mein Gott, da oben am traurigen Firmament,

segne oder verdamme stürmisch mein ungläubiges Gebet:

Ich geh nicht blauäugig in diese wunderbare Nacht!

Ich werde zürnen und wüten gegen ihre Sterbenspracht!

 

 

Dylan Thomas:

Do not go gentle
into that good night

Do not go gentle into that good night,
Old age should burn and rave at close of day;
Rage, rage against the dying of the LIGHT.

Though wise men at their end know dark is right,
Because their words had forked no lightning they
Do not go gentle into that good night.

Good men, the last wave by, crying how bright
Their frail deeds might have danced in a green bay,
Rage, rage against the dying of the LIGHT.

Wild men who caught and sang the sun in flight,
And learn, too late, they grieved it on its way,
Do not go gentle into that good night.

Grave men, near death, who see with blinding sight
Blind eyes could blaze like meteors and be gay,
Rage, rage against the dying of the LIGHT.

And you, my father, there on the sad height,
Curse, bless, me now with your fierce tears, I pray.
Do not go gentle into that good night.
Rage, rage against the dying of the light.

 

Für Philip Kindred Dick, Rutger Hauer, William Blake und Ἀναξίμανδρος von Milet:

 

Reise nicht gelassen in diesen anbetungswürdigen Weltenraum….. – Gebet für einen sterbenden Raumfahrer auf seinem Flug ohne Wiederkehr.

 

 

Flieg nicht leichtfertige Schleifen in dieser herrlichen Finsternis,

Wie Feuer rasen Gestirne vorbei, bevor Sonnen Asche werden,

Deine Glut, Dein Überlebenswille widerstreben der Fäulnis.

*

Nur Weitgereiste durchdenken Galaxien alle

und dennoch errangen ihre Erfahrungen nichts gegen sterben!

Wenn Du die Schönheit der Spiralen preist, beachte die Falle!

*

Selbst Helden, die Raumschocks überlebten, wehklagen,

und was von Explorern übrig blieb, kreist nah grünem Nordlicht.

Sie, voll kühnen Stolzes ,dem Nullpunkt nicht zu widersprechen wagen!

*

Und die Todesmutigen, die jeden Flug zu Sonnen miterlebten,

bekamen zu spät ihre eigene SuperNova zu Gesicht!

Geh nicht leichtgläubig weg von sterbenden Planeten!

*

Völlig Losgelöste, die nah Orion schweben,an Meteore gelenkt,

geblendet im Untergang, wollen selbst dann ein Licht noch schauen!

Auch sie verfluchen die Sonne, wie sie blinkend ertrinkt!

*

Und Ihr, meine Ahnen, da unten, unterm traurigen Terra-Horizont,

sei meine Tat Segen und Fluch zugleich, entgegne ich tief und weit:

Ich gehe nicht blind in die erhabene Dunkelheit!

Ich werde zornig entgegenwerfen meinen küssenden Mund!

„Ich habe Dinge gesehen, die ihr Menschen niemals glauben würdet. Gigantische Schiffe, die brannten, draußen vor der Schulter des Orion. Und ich habe C-Beams gesehen, glitzernd im Dunkel, nahe dem Thannhäuser-Tor. All diese Momente werden verloren sein… in der Zeit, so wie… Tränen im Regen.“

 

(Übersetzung 2 = Johanna Schall): Geh nicht gelassen in die gute Nacht,
Glüh, rase Alter, weil dein Tag vergeht, Verfluch den Tod des Lichts mit aller Macht.   Denn weise Männer, wissend, nichts was sie gedacht Hat Licht gebracht ins Dunkel, und es ist zu spät, Gehn nicht gelassen in die gute Nacht.   Und gute Männer, brüllen, schon der letzten Welle Fracht, Und denkend ihrer Mühn, im Meer verweht,
Verfluchen Tod des Lichts mit aller Macht.   Und wilde Männer, die der Sonne Pracht, Im Fluge singend fingen, die nun untergeht, Gehn nicht gelassen in die gute Nacht.   Und ernsten Männer, blind schon, wächst Verdacht, Auch blindes Auge lacht und blitzt, eh es vergeht, Verfluchen Tod des Lichts mit aller Macht.   Und du mein Vater, den der bei dir wacht, Verdamm und segne weinend ihn. Hier mein Gebet: Geh nicht gelassen in die gute Nacht.
Verfluch den Tod des Lichts mit aller Macht.

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