In den Zeiten des Wassermanns im platonischen Jahr

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Hair oder die Präzession verrät das Zeitalter des Widders

 

Sie rasieren sich wieder die Haare,

sie putzen ihre Stiefel und singen

Choräle aus verstaubten Büchern.

 

Die Wachen wechseln!

Bleib bei mir, heute Nacht!

 

Mein neues Zeitalter begann

nach dem ersten Cuba Libre.

Für andere nach Tschernobyl

und eine Generation weiter,

nach Fukushimas Hafenwelle.

 

Mein Lehrer überlebte

Iwo Jima , Hiroshima,

ja sogar den Rolling Thunder.

Name-dropping ist alles, was bleibt:

Wir haben keine Zeit!

 

Nirgendwo häuften sich

Proteste so, wie in dem

Land, das an den Wandel

glaubt: Yes, we´re even!

 

Bleib bei mir,

die Wachen wechseln heute Nacht!

 

Der Stählernde trieb uns

in die Arme des mordenden

Onkels, der uns wieder in

die Arme der Verwalter

der Unfreiheit trieb, wir

changelings! Gulag,

Guantanamo? Scheiß egal!

 

Wir laufen jedem hinterher,

der uns den Frieden Christi,

das Mitgefühl Buddhas oder

die Gerechtigkeit Mohammads

verspricht: Wir Lämmer der Lügen!

 

Wir sehen nicht die abgemachten

Dinge, die ausgezahlten Prämien

zählen wir nicht, die Pfründe der

Familienclans sind uns ein Rätsel.

 

Da wechseln die Wachen,

sieh hin, heute Nacht!

 

Wehe aber, Du machst Dir Gedanken,

dann kreuzigen sie Dich als

Verschwörungsgläubigen: So oder so,

was Du auch glaubst, sie erwischen

Dich immer, in Deinem Her(r)umirren

nach Wahrheit, Du Seligkeitssklave.

 

Sie wechseln schneller die Seiten,

als Du Dich wenden kannst. Sie teilen

zügiger auf, als Du ihre Versprecher

bemerkst. Sie haben ein Auge auf Dich.

Sie kennen Deinen Code, Deine IP, Dein Ego.

 

Die blöden anderen Schafe verwechseln Deinen

Nick mit Deinen Statements. Aber die`s Netz sponnen,

wissen wirklich, was Du denkst. Du magst Dich profilieren,

sie aber haben Dein Leben längst übernommen.

 

Bleib heute Nacht bei mir,

wenn die Wachen wechseln!

 

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