Scotts Todeskampf im nicht-mehr-ewigem Eis

scott

 

 

Im Zelt im Uterus

 

Du liegst hier am Boden,

kommst nicht mehr weg,

kommst nicht  dran vorbei.

 

Dich trennen von der Kälte

ein paar Schichten Stoff

und diese flatternde Zeltbahn.

 

Wie in Kindertagen, nachts im

Bett, mummelst Du Dich ein, mit

der Decke überm Kopf schreibst

Du die letzten Zeilen Deines

Tagebuchs und wartest, wie

Gefühlosigkeit und Übelkeit

allmählich in Dir hochkriechen.

 

In der Lampe brennt der letzte

Docht, leckt die einzige Flamme

Öl. Deinen Nebenmann hörst

Du nicht. Kein Atemzug mehr.

 

Der steifgefrorene Schlafsack

hält Dich ohne Mühe aufrecht,

während Dein Atem am Bart

zu Eistropfen gefriert. Die

Decke über dem Kopf ersetzt

Mutters Schoss. Wie früher,

als alles einfach fraglos war.

 

Ich denk an Dich, wie Du

da liegst, mein Traumaheld

entfernter Feuer und warm

gluckert mein Blut vom Geschwür

in den Magen. Bald werden sie dort,

wo Du einst starbst, Bodenschätze

ausgraben und weiße Hölle

schwärzen, wie die Nacht zu deinem

Tod:  Gleissen des Lichtblaus.

 

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